Was ist Trauma? Ursachen, Auswirkungen und Wege der Heilung

Trauma – Begriffserklärung

Der Begriff Trauma stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Wunde“. Er wird sowohl in der Medizin als auch in der Psychologie verwendet, um starke körperliche und seelische Erschütterungen zu beschreiben. Dabei kann ein Trauma durch ein einzelnes plötzliches Ereignis entstehen, wie etwa einen Unfall, einen Übergriff oder eine Naturkatastrophe. Oder aber es kann sich auch langsam entwickeln, zum Beispiel durch fehlende Zuwendung, emotionale Kälte oder dauerhaften Stress.

Es wird zwischen drei Arten von Trauma unterschieden:

  • Schocktrauma
  • Entwicklungstrauma
  • Bindungstrauma

Wenn man von Trauma spricht, meint man in der Regel nicht das Ereignis selbst, sondern die Reaktion des Körpers und der Psyche auf das Erlebte – also das, was subjektiv als bedrohlich, überwältigend oder lebensverändernd wahrgenommen wurde.

Diese Reaktion ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Was für die eine Person sehr belastend ist, kann für eine andere einfach nur spannend gewesen sein. Deshalb lassen sich Reaktionen auf Trauma nicht objektiv vergleichen.

Wie wirkt sich Trauma auf unseren Körper und Psyche aus?

Ein Trauma betrifft nicht nur unseren Geist, sondern auch unseren Körper. Oft verlieren wir dadurch das Urvertrauen – in uns selbst, in andere Menschen und in das Leben an sich. Das hat weitreichende Folgen:

  • Gefühle von Angst, Ohnmacht oder Traurigkeit
  • Reizbarkeit, Wutausbrüche oder Auto-Aggression
  • körperliche Symptome wie Herzrasen, Schlafstörungen, Magen-Darm-Probleme
  • psychosomatische Beschwerden wie chronische Schmerzen, Tinnitus, Erschöpfung

Wenn kleine Reize große Gefühle auslösen

Traumareaktionen werden oft durch scheinbar harmlose Reize ausgelöst – sogenannte Trigger. Diese führen dazu, dass wir unerwartet und intensiv reagieren, obwohl die Situation objektiv betrachtet harmlos erscheint. Häufig erkennen wir erst im Nachhinein, dass unsere Reaktion übertrieben war, und dann kommen zusätzlich Schuld oder Schamgefühle hinzu, was wiederum die innere Belastung verstärkt.


Der Körper spielt eine zentrale Rolle

Wird unser Nervensystem mit einer bedrohlichen Situation konfrontiert, versetzt es den Körper in einen Alarmzustand. Dabei kommt es zu Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsreaktionen. Gleichzeitig werden Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet, der Herzschlag beschleunigt sich, die Muskeln spannen sich an und wir sind mit allen Sinnen auf Gefahr eingestellt.

Wenn der Körper nicht zur Ruhe kommt

Normalerweise beruhigt sich unser System, sobald die Bedrohung vorüber ist. Wir entspannen uns, atmen tief durch und spüren eine gewisse Erleichterung. Doch bei einem Trauma bleibt die innere Anspannung bestehen. Die Energie, die für Kampf oder Flucht mobilisiert wurde, wird nicht vollständig entladen, wodurch sie im Körper „stecken bleibt“. Das hat langfristige Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

Wie zeigt sich ein ungelöstes Trauma?

Trauma kann sich auf vielfältige Weise äußern – sowohl emotional als auch körperlich. Typisch ist, dass wir nicht mehr frei und selbstbestimmt handeln können, sondern bestimmten inneren Mustern folgen, ohne es zu bemerken. Das zeigt sich beispielsweise:

  • wenn wir immer wieder in ähnliche belastende Situationen geraten, obwohl wir sie vermeiden wollen
  • wenn uns bestimmte Menschen oder Verhaltensweisen stark triggern
  • wenn wir unser eigenes Potenzial nicht entfalten können, weil unbewusste Ängste uns bremsen

Diese Muster führen zu:

  • Gedankenkreisen
  • innerer Anspannung und Nervosität
  • Angstzuständen
  • körperlichen Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Magenproblemen, Muskelverspannungen
  • chronisch erhöhtem Cortisolspiegel, was wiederum zu Organschäden führen kann

Wenn der Körper „einfriert“

Steigt die innere Anspannung zu stark, reagiert der Körper mit einem Schock. Er „friert ein“, um sich vor weiterer Überforderung zu schützen. Diese Erstarrung äußert sich in:

  • Gefühllosigkeit
  • Depressionen
  • Erschöpfung und Antriebslosigkeit
  • psychosomatischen Beschwerden wie Tinnitus, Kopfschmerzen oder Herzbeschwerden

Dieser Zustand entsteht durch eine Übersteuerung des sympathischen Nervensystems, das durch den Parasympathikus heruntergedrückt wird – doch die darunterliegende Erregung bleibt bestehen. Das erklärt, warum sich viele Menschen äußerlich kraftlos fühlen, obwohl innerlich eine hohe Anspannung vorhanden ist.

Trauma als mögliche Ursache körperlicher und psychischer Krankheiten

Ungelöste Traumata können langfristig ernste gesundheitliche Folgen haben. Zu den häufigsten Krankheitsbildern zählen unter anderem die Posttraumatische BelastungsstörungDepressionAngststörungSuchterkrankung, sowie dissoziative Störungen.

Deshalb ist es entscheidend, bei chronischen Beschwerden auch die traumatische Vorgeschichte mit in den Blick zu nehmen.

 

Was hilft bei der Heilung von Trauma?

Viele Menschen versuchen, ihr Trauma nur mit dem Verstand zu verarbeiten. Sie denken viel darüber nach, lesen Bücher und wollen es mit Logik erklären. Doch das reicht nicht aus.

Denn unser Stammhirn, das für unser Überleben zuständig ist, reagiert nicht auf Logik, sondern auf gespeicherte Erfahrungen. So kann es sein, dass ein harmloses Verhalten des Partners plötzlich Erinnerungen an frühere autoritäre Bezugspersonen weckt, wodurch unser Körper in Alarmbereitschaft geht – auch wenn wir wissen, dass keine reale Gefahr besteht.

Warum Körperarbeit wichtig ist

Damit Heilung möglich ist, muss auch der Körper einbezogen werden – nicht nur der Verstand. Über körperorientierte Traumatherapie kann das Nervensystem lernen, sich wieder zu regulieren, sodass alte Erregungsmuster sich allmählich lösen. Erst dann wird nachhaltige Heilung möglich.

Fazit

Ein Trauma ist mehr als nur ein belastendes Erlebnis, denn es ist eine tiefgreifende Erschütterung, die sowohl Körper als auch Psyche langfristig beeinflussen kann. Um Trauma zu heilen, braucht es einen ganzheitlichen Ansatz, der auf allen Ebenen ansetzt: körperlich, emotional und kognitiv.

Daraus entsteht manchmal ein Gefühl falsch zu sein. An dieser Stelle irrst du!

„Du bist genau richtig.“